20 Nov

Karl Popper: „Die drei Welten“ – Lesung Hans-Joachim Niemann

VeranstaltungsortUniversitätsbibliothek (Monographienlesesaal, Ebene 3)Veranstalter Universitätsbibliothek (UB)BeschreibungHans-Joachim Niemann liest die von ihm übersetzte „Tanner Lecture“ von Sir Karl Popper aus dem Jahr 1978. Die Vorlesung trägt den Titel „Die drei Welten“ („Three Worlds“) und beschäftigt sich mit Poppers Drei-Welten-Lehre.Poppers Vorlesung wird 2020 im letzten Band „Objektive Erkenntnis“ der Deutschen Werkausgabe veröffentlicht werden. Hans-Joachim Niemann ist der Herausgeber des Bandes. Die Universitätsbibliothek Klagenfurt und die Karl Popper Foundation laden zu der Lesung ein.Zum Inhalt der Tanner Lecture „Die drei Welten“:Karl Popper ist als politischer Philosoph der „Offenen Gesellschaft“ (zwei Bände, 1945) bekannt und als Wissenschaftstheoretiker der „Logik der Forschung“ (1934). In seinem weniger bekannten dritten Hauptwerk hat er wesentlich zu einem neuen evolutionären Weltbild beigetragen. Popper sieht die gesamte Evolution des Universums und insbesondere die biologische Evolution als ein Abenteuer des Geistes. Die Welt des Geistigen, das heißt die Welt der Sprache, der Logik, der Mathematik, der Romane, Theaterstücke usw. Diese Welt ist für Popper eine real existierende Welt, die unabhängig vom Menschen ihren eigenen Gesetzen folgt. An dieser „Welt 3“, wie Popper sie nennt, kann der Mensch teilhaben, weil er die Sprache erfunden hat. Mit seiner Sprache kann er Beiträge in diese Welt senden und wie durch ein Wunder mehr zurückbekommen als er hineingetan hat. In Welt 3 können wir ständig Neues entdecken, was nicht von Menschen stammt. Je nachdem, wie weit man das Geben- und Nehmen-Spiel der Welt 3 mitmacht, kann jeder Mensch weit über sich hinauswachsen. – In seinem Aufsatz „Die drei Welten“ wird das alles brillant erläutert. Zum Übersetzer und Herausgeber Hans-Joachim Niemann:Hans-Joachim Niemann ist promovierter Diplomchemiker und Philosoph, schrieb das „Lexikon des Kritischen Rationalismus“ (2004) und vier weitere Bücher über Poppers Philosophie. Er hat mehrere Erstveröffentlichungen von Poppers Schriften besorgt und mitgeholfen, Popper als Evolutionsphilosophen bekannt zu machen. In der Reihe „Karl Popper. Gesammelte Werke in deutscher Sprache“ hat er fünf der 15 Bände herausgegeben und arbeitet jetzt an dem letzten, noch ausstehenden Band.Vortragende(r)Hans-Joachim NiemannKontaktThomas Hainscho (thomas.hainscho@aau.at)

10 Dec

Digitale Medien, rechtsgerichtete Mobilisierung und visuelle Analyse öffentlicher Debatten zu Migration im transnationalen Vergleich

VeranstaltungsortZ.1.09Veranstalter Institut für KulturanalyseBeschreibungIm Anschluss an rechtsextreme und rechtspopulistische Mobilisierungen in Wahlkampagnen und in digitalen Medien ist Migration und Asylpolitik eines der konfliktbeladensten Themen europäischer Politik. Rechtspopulistische Parteien wie die Alternative für Deutschland (AfP), die dänische Volkspartei (DF) oder die schweizerische Volkspartei (SVP) benutzen rassistische oder homonationalistische Poster, die Minderheiten und männliche Migranten als „Kriminelle“ oder „Bedrohung für die Nation“ darstellen. Schwule Männer aus muslimischen Ländern oder lesbische Asylbewerberinnen passen zwar nicht zum stereotypen Bild krimineller Sexualstraftäter, doch zeigt dieser Vortrag, wie rassistische und geschlechtsspezifische Hierarchien und das Alltagsleben und den politischen Aktivismus queerer Geflüchteter erschweren. Wie gelingt es LSBTI Geflüchteten, ihre Erfahrungen sowie komplexe und politische Identitäten in die konventionelle Sprache europäischer Mehrheitskulturen zu übersetzen? Dieser Vortrag untersucht zunächst die Konstruktion und die Mobilisierung rassistischer und geschlechtsspezifischer Stereotypen gegenüber Migrant*innen und Minderheiten anhand rechtsgerichteter Wahlplakate und digitaler Bilder. Im zweiten Schritt diskutiere ich die Arbeit der Solidarität und Selbst-übersetzung queerer Asylbewerber*innen und Migrant*innen in Deutschland, Dänemark und der Schweiz. Mein Vortrag baut eine Brücke zwischen kritisch historischer Diskursanalyse und kultureller Soziologie (socioloy of boundaries) und untersucht die Rolle von visuellen Bildern, digitalen Medien und politischer Übersetzungsprozesse in Solidaritätsbewegungen. Vortragende(r)Nicole Doerr (Kopenhagen)KontaktDr. Janine Schemmer (janine.schemmer@aau.at)

16 Jan

Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit von Drohnentötungen in (trans)regionalen medialen Räumen: Zur Visualisierung von Drohnen im Jemen

VeranstaltungsortV.1.07AAUVeranstalter IFK - Abteilung Visuelle KulturBeschreibungMilitärdrohnen werden in der Forschung visuelle Superkräfte zugesprochen. In meinem Vortrag werde ich diese visuellen Kräfte von Drohnentechnologie kontrastieren mit den Auswirkungen von Drohnentötungen, die in der Berichterstattung der Leitmedien nahezu unsichtbar bleiben (Presse, TV). Anhand von Fallstudien, die sich mit Drohneneinsätzen auf jemenitischem Territorium beschäftigen, gehe ich arabisch- und deutschsprachigen medialen Repräsentationen des Phänomens nach.Ein weiterer Kontrast ergibt sich aus der vielfältigen zeitgenössischen Kunstproduktion, die sich mit Drohnentechnologie und Drohnentötungen beschäftigt. Ich werde ausgewählte Beispiele arabisch- sowie deutschsprachiger Künstler*innen zeigen, die ich als politische Interventionen begreife.Im Mittelpunkt steht dabei stets die folgende Frage: Welche Bilder (zudem Töne und Texte) werden in Bezug auf Drohnentötungen wann und über welche Kanäle verbreitet? Bei der Beantwortung der Frage unterscheide ich analytisch die drei Handlungsebenen Zuschauer, potentielle Opfer und Drohnenpiloten bzw. „drone operator.“ Hierbei wird deutlich, dass sich anhand der medialen Sichtbarkeit bzw. Unsichtbarkeit von Drohnentötungen neue politische Geographien beschreiben lassen, die die Machtkonfigurationen wiederspiegeln, mit denen wir es seit dem Jahr 2001 und dem sogenannten „global war on terror“ zu tun haben.Vortragende(r)Dr. Bettina Gräf Dr. Bettina Gräf ist seit 2017 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für den Nahen und Mittleren Osten der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Im Wintersemester 2019/20 hat sie die Position einer Vertretungsprofessorin für Islamwissenschaft an der Freien Universität Berlin (FU Berlin) inne. Gräf studierte Islamwissenschaft, Arabistik und Politikwissenschaft und wurde an der FU Berlin im Fach Islamwissenschaft zu einer Arbeit an der Schnittstelle zwischen Medien- und Islamwissenschaft promoviert. Sie war von 2003 bis 2013 als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Zentrum Moderner Orient Berlin tätig bevor Sie im Jahr 2014 die Stelle der akademischen Geschäftsführung an der Berlin Graduate School Muslim Cultures and Societies annahm (2014-2017). Sie publiziert zu den Themen Islam und Medien sowie zur Arabischen Medien- und Kulturwissenschaft.KontaktUniv.-Prof.Dr. Anna Schober (anna.schober@aau.at)

28 Jan

Die Rolle von Sprache/n in der diskursiven Konstruktion österreichischer Identitäten

VeranstaltungsortZ.1.09Veranstalter Institut für KulturanalyseBeschreibungDer Vortrag berichtet Teilergebnisse des FWF-Projekts "Zur diskursiven Konstruktion österreichischer Identität/en 2015: Eine Longitudinalstudie“ und behandeltunterschiedliche Aspekte der Bedeutung von Sprache und Sprachen in Diskursen zur österreichischen Identität (österreichisches Deutsch, Deutsch als Staatssprache, anerkannte Minderheitensprachen, neue Minderheiten). Dabei werden die sprachenpolitischenRahmenbedingungen undBefunde aus dem öffentlichen medialen sowie halböffentlichen Diskurs thematisiert.Vortragende(r)Univ.-Prof. i.R. Dr. Rudolf de Cillia (Wien)KontaktDr. Janine Schemmer (janine.schemmer@aau.at)