Kommunikationswissenschaftliche Tage 2023

Die von unserem Institut in Zusammenarbeit mit der Österreichischen Gesellschaft für Kommunikationswissenschaft (ÖGK) ausgerichteten Kommunikationswissenschaftlichen Tage 2023 (KWT 2023) zum Thema „Ambivalenzen in Kommunikation und Medien“ (4. bis 6. Juli 2023) gingen erfolgreich über die Bühne. In 11 thematischen Panels mit insgesamt 41 Vorträgen wurde über Ambivalenzen in unterschiedlichen Forschungs- und Theoriefeldern diskutiert: vom Journalismus über Gesundheitsthemen bis hin zu Nachhaltigkeitskommunikation. Der Doktorand:innenworkshop, moderiert von Kathrin Passig, Rebecca Scheiber und Roland Holzinger, wurde sowohl als Schreibwerkstatt als auch zum Netzwerken genutzt. In ihrer Keynote zum Thema „Zwischen Null und Eins – Technische Ambivalenzen“ zeigte Kathrin Passig mit einem geschichtlichen Rückblick, wie es zur Binarität in der Computertechnik kam. Im Medienpraxis-Panel diskutierten Daniela Kraus vom Presseclub Concordia, Konrad Mitschka vom ORF und Thomas Cik von der Kleinen Zeitung unter der Moderation von Matthias Karmasin über Ambivalenzen im „Journalismus zwischen Gate Keeping und Gate Watching“. Die durch die ÖGK-Forschungsförderung unterstützten Projekte der vergangenen drei Jahre wurden in einem eigenen Panel vorgestellt. Sie befassten sich mit den kommunikativen Praktiken und der Arbeitsrealität von Wissenschaftler:innen. Daneben wurden in vielen weiteren Panels aktuelle Herausforderungen und Spannungsfelder im Kontext des digitalen Zeitalters in den Blick genommen. Das Book of Abstract ist auf der Tagungswebsite veröffentlicht: https://www.aau.at/medien-und-kommunikationswissenschaft/kommunikationswissenschaftliche-tage-kwt-2023/.

Beste Abschlussarbeiten am Institut für Medien- und Kommunikationswissenschaft der Uni Klagenfurt ausgezeichnet

Am 14. Juni 2023 wurden am Institut für Medien- und Kommunikationswissenschaft an der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt die diesjährigen Preise für hervorragende Abschlussarbeiten vergeben. Der „Günther-Stotz-Preis“ wurde im Andenken an Ass.-Prof. i. R. Mag. Dr. Günther Stotz (* 1948, † 2014) 2016 ins Leben gerufen. Günther Stotz stand als Mensch und Wissenschaftler für kritische Reflexion, demokratische Prinzipien, Emanzipation und Nachhaltigkeit. Deshalb ist ein zentrales Kriterium für den Preis, dass die Arbeit einen Beitrag zu gesellschafts-, bildungs-, demokratiepolitischen und emanzipatorischen Fragen im Bereich der Medien- und Kommunikationswissenschaften leistet. Die mit 200 Euro (Masterarbeit) bzw. 100 Euro (Bachelorarbeit) dotierte Auszeichnung wird jährlich für die beste Bachelor- und Masterarbeit des Studienjahres vergeben.

 

Die Preisträgerinnen im Studienjahr 2022/23 sind:

Beste Bachelorarbeit

Hannah Viktoria Sickl BA: Die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Unterrichtssituation an höheren Schulen

Hannah Sickl befasst sich in ihrer Arbeit mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Unterrichtssituation an höheren Schulen. Anhand eines Leitfadeninterviews wurden drei Lehrpersonen aus jeweils unterschiedlichen höheren Schulen in Kärnten zu ihren Erfahrungen in der Distanzlehre befragt. Dabei wurde herausgefunden, welche digitalen Medien und Tools im Distanzunterricht eingesetzt wurden und wie sich der aktuelle Unterricht, der inzwischen wieder in Präsenz stattfindet, dadurch verändert hat. Auch auf die Chancen und Herausforderungen sowie den Fortschritt des Digitalisierungsprozesses an höheren Schulen wurde eingegangen. Eine starke Veränderung des heutigen Präsenzunterrichts oder ein bemerkenswerter Digitalisierungsfortschritt durch den plötzlichen Umstieg auf digitalisierte Distanzlehre konnte laut den befragten Lehrkräften zwar nicht festgemacht werden, allerdings gibt es durchaus digitale Medien aus der Distanzzeit, die auch aktuell noch in den Unterricht integriert werden.

 

Beste Masterarbeit

Viktoria Ritsch BA MA: #holocaust. Digitale Erinnerungskulturen auf, durch und mit Instagram

Die Arbeit von Viktoria Ritsch schafft einen Überblick und somit eine aktuelle Bestandsaufnahme der konstruierten und praktizierten Erinnerungskultur(en) auf Instagram. Dazu wurden folgende Forschungsfragen gestellt: Wie zeigen sich die Erinnerungskultur(en) zum Thema Holocaust auf Instagram? Welche Formen der Erinnerung werden auf Instagram sichtbar? Welche Erinnerungspraktiken ermöglicht/verhindert/begünstigt Instagram? Welche Prozesse des Erinnerns werden auf Instagram initiiert und ausgelöst?

Die Analyse zeigte, dass Instagram ein Erinnerungs-Phänomen und somit viel mehr als ein Kanal, eine Plattform oder einfach ein Medium ist. Besonders deutlich wurde die Bedeutung der affektiven Einschreibung der Menschen in ihren Beiträgen. Nutzer*innen können mitmachen und teilhaben, mit Praktiken des Beobachtens und/oder Kommentierens, Bewertens, Teilens und Weitergebens. Memes, Kommentare, Likes und Emojis sind aktuelle Formen des doing memory.

 

Kriterien für die Nominierung/Verleihung des Günther-Stotz-Preises:

Folgende Kriterien werden zur Auswahl der besten Bachelor- und Masterarbeiten herangezogen. Die Kriterien basieren zum Teil auf dem von Günther Stotz entworfenen Beurteilungsschema für Diplom- bzw. Masterarbeiten.

 

  • Gesellschaftskritischer Anspruch

□    Beitrag der Arbeit zu gesellschafts-, bildungs-, demokratiepolitischen und emanzipatorischen Fragen

□    Kritisch-reflexive Perspektive auf gesellschaftliche, politische und ökonomische Entwicklungen im Kontext
medien- und kommunikationswissenschaftlicher Fragestellungen

 

  • Anlage der Untersuchung

□    Bevorzugt werden Arbeiten, welche theoretisch UND empirisch angelegt sind

□    Eigenständigkeit (eigenständige Gedankengänge/methodische Ansätze, kritische Auseinandersetzung mit dem
Thema)

□    innovative Fragestellung/innovative theoretische und methodische Ansätze

□    Aufwand der eigenständigen Forschung

 

  • Inhaltliche Kriterien

□    klare, eindeutige Abgrenzung und Definition der Problemstellung/Forschungsfrage

□    klares Konzept zur Lösung der Problemstellung (Forschungsansatz, Methodik)

□    klare und logische Struktur der Arbeit (Gliederung und konsistente Kapitelabfolge)

□    Aufarbeitung der für die Fragestellung und Zugangsweise einschlägigen Literatur

□    nachvollziehbare und schlüssige Argumentationskette

□    analytische Tiefe der Argumentation

□    konstante, klare Definitionen und Prämissen

□    präzise, vollständige Beschreibung und Begründung des Untersuchungsdesigns

□    adäquater Einsatz der gewählten Untersuchungs- und Analyseinstrumente

□    adäquate/korrekte Interpretation der empirischen Ergebnisse

□    klare Formulierung und Ableitung der Ergebnisse

□    Konsistenz zwischen Problemstellung und Ergebnissen

□    Analyse/Interpretation der Ergebnisse im Rahmen der theoretischen Konzeption

 

  • Formale Kriterien

□    Anwendung einheitlicher Formate

□    einheitliche Anwendung korrekter Zitierregeln

□    Anwendung eines wissenschaftlichen Schreibstils

 

Zur Person von Günther Stotz

Günther Stotz war seit der Gründung Mitglied des Instituts für Medien- und Kommunikationswissenschaft an der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt. In seiner langjährigen Funktion als Studienprogrammleiter und später als Studienrektor hat er wesentlich zur Entwicklung und Einrichtung der medien- und kommunikationswissenschaftlichen Studiengänge und zur Entwicklung und Profilierung der Studiengänge an der Alpen-Adria-Universität beigetragen.

Günther Stotz war ein homo academicus im besten Sinne – ebenso neugierig wie empathisch, ebenso offen wie kritisch, an Theorie interessiert, ebenso wie an dem, was die Praxis damit tut und vor allem im Kern immer den Menschen und ihrem Werden zugewandt. Er begegnete Studierenden und Kolleginnen und Kollegen stets wertschätzend und nahm sich ihrer Probleme mit großer Geduld und Ernsthaftigkeit an. Er konnte zuhören und ihm lag an einem gerechten Ausgleich, für den er auch einen hohen Aufwand zu leisten bereit war. Auch in zeitlich angespannten Momenten blieb er gelassen. Seine Fähigkeit, Ruhe zu bewahren war im besten Sinne ansteckend, sein Lachen auch.

Zwiespältige, neue Welt: Tagung zu „Ambivalenzen in Kommunikation und Medien“

Erwachsene hängen am Handy und versuchen gleichzeitig, ihre Kinder davon abzuhalten. Mit dem Smartphone lässt es sich ortsunabhängig arbeiten, gleichzeitig bleibt das Gefühl, überall arbeiten zu müssen. Online können alle mitreden, dabei steigt aber die Gefahr, dass Filterblasen und Fake News die Gesellschaft zunehmend polarisieren. „Ambivalenzen in Kommunikation und Medien“ sind allgegenwärtig, und das Thema der diesjährigen Kommunikationswissenschaftlichen Tage, die von 4. bis 6. Juli 2023 an der Universität Klagenfurt stattfinden.

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Registrierung geöffnet: Kommunikationswissenschaftliche Tage 2023 in Klagenfurt

Vom 4. bis 6. Juli 2023 findet die diesjährige Tagung der Österreichischen Gesellschaft für Kommunikationswissenschaft (ÖGK) an der Universität Klagenfurt zum Thema „Ambivalenzen in Kommunikation und Medien“ statt. Das Programm und die Registrierung sind ab sofort auf der Tagungswebsite zu finden. Die Anmeldung ist noch bis zum 4. Juni 2023 möglich.

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